DIE PRODUKTION

 

Das Fleischerhandwerk ist seit jeher eine Tätigkeit, welche ohne zeitaufwendige Handarbeit - teilweise auch körperlich anstrengende - nicht funktioniert.

Bereits in den 70-er Jahren war das tägliche Pensum mit Arbeitskräften aus den eigenen Reihen nicht mehr zu bewältigen: "Alle Mann" beim Wurstmachen.

Also "schaffte" in der Produktion neben den Mitgliedern der Familie eine Reihe von Angestellten, um der ständig wachsenden Nachfrage nach Fleisch- und Wurstwaren gerecht zu werden. Und dabei ging es nicht nur um Quantität - auch die Nachfrage nach Qualität nahm ständig zu.

Das war zu keiner Zeit eine leichte Aufgabe in der DDR: Die Ansprüche waren hoch, nicht nur die der Bevölkerung, die Rohstoffe waren knapp und häufig von unbefriedigender Qualität. Auch die Maschinen, ohne die der hochgesteckte "Versorgungsauftrag" nicht zu erfüllen gewesen wäre, hatten nicht selten bereits viele Jahre ihren Dienst getan. Oft fielen sie aus, neue Maschinen gab es nicht in der erforderlichen Menge und Ersatzteile waren schwer zu beschaffen - so wurde der Fleischermeister eben auch notgedrungen zum Maschinenschlosser.

Die vorgegebene Produktionsmenge hatte man bereitzustellen, Begründungen wegen eventuell ausgefallenen Maschinen oder nicht in ausreichender Menge oder Qualität bereitgestellter Rohstoffe wurden generell nicht akzeptiert...

Trotz alledem gingen wir mit viel Elan an die Aufgaben, die wir uns selbst gestellt hatten und die man uns vorgab. Wir sorgten auch rechtzeitig für die Ausbildung junger Leute, damit unser Fleischerhandwerk weiterhin Bestand hat und - wie das in diesen Zeiten noch üblich war - der Vater den gut funktionierenden Betrieb eines Tages in die Hände eines ebenso gut dafür ausgebildeten Nachfolgers geben kann.

In unserem Fall war das der jetzige Firmenchef Ulrich Löffler, der hier in jungen Jahren seine Ausbildung im väterlichen Betrieb absolvierte und auf dem nebenstehenden Bild gerade mit einer Schweinehälfte kämpft...


Heute nun sieht das alles ein wenig anders aus. Die Arbeit ist nicht weniger geworden, aber die Arbeitsbedingungen haben sich doch deutlich verbessert. Rohstoffe sind in ausreichender Menge und Qualität vorhanden, ebenso Maschinen und Geräte. Und wenn doch einmal eine ausfällt, so ist deren Instandsetzung oder Erneuerung kein Problem mehr.

Hier ist die Mannschaft unseres Fleischereibetriebes damit beschäftigt, angeliefertes Rohmaterial für die Verarbeitung vorzubereiten ...

 

... und hier findet gerade die Zerlegung und gleichzeitige Trennung in Fleisch zum Verkauf und solches zur Weiterverarbeitung für die Wurstproduktion statt.

Diese ist eigentlich das hauptsächliche Produktionsfeld und gleichzeitig das Aushängeschild unseres Betriebes. Die Rezepturen, Zutaten und der Fertigungsprozess entscheiden über die Qualität und die unverwechselbaren Geschmackseigenschaften unserer Wurst.

Bevor nun die eigentliche Wurst entsteht so wie sie unsere Kunden kaufen können, wird die Füllmasse vorbereitet und da kommt die "Gewürzkammer" ins Spiel. Es wird gewogen, dosiert und fein gemischt - streng nach Rezeptur und der Füllmasse hinzugefügt.

Die dabei zur Verwendung kommenden Gewürze stehen immer noch zum Teil in den vom Vater an den Sohn und so weiter überlieferten alten Rezepturen, und die sind BETRIEBSGEHEIMNIS!

Im letzten Schritt der Produktionskette wird die Füllmasse dann in ihre Hülle (Natur- oder Kunstdarm) gedrückt und je nach Sorte gekocht, gebrüht, geräuchert oder einfach nur luftgetrocknet.

Dieser kleine Rundgang durch unsere Produktion - früher und heute - sollte Ihnen unser Fleischerhandwerk näher bringen. Das ist uns hoffentlich gelungen und dann werden Sie beim Genuss der nächsten leckeren Wurst aus der Fleischerei Löffler auch den Unterschied zwischen liebloser Massenproduktion und unseren hausgemachten Erzeugnissen anders als vielleicht bisher sehen ...